Optionen vs. Optionsscheine: Produkte verstehen und clever investieren

Inhaltsverzeichnis:

Grundlagen:

Im Gespräch mit anderen Händlern stelle ich immer wieder fest, dass die Begriffe “Optionsschein” und “Option” immer noch synonym verwendet werden und der Unterschied vielen unbekannt ist.

Auch wenn die Begriffe auf den ersten Blick ähnlich aussehen, gibt es doch sehr entscheidenden Unterschiede, welche man unbedingt kennen sollte, bevor man das eine oder andere Produkt gegebenenfalls handelt.

Dennoch gibt es natürlich auch einige Gemeinsamkeiten, welche wir zu Beginn kurz erläutern möchten.

Sowohl bei Optionen, als auch bei Optionsscheinen handelt es sich um Derivate, was bedeutet, dass ihre Preisentwicklung von einem ihnen zugrunde liegenden Basiswert abhängt. Dies könnte zum Beispiel eine Aktie sein. Man spricht dann von “Aktien-Optionen” bzw. Aktien-Optionsscheinen”. 

Eine weitere Gemeinsamkeit beider Produkte ist, dass es sich um Termingeschäfte handelt. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass ein Vertrag zwischen den Handelsparteien geschlossen wird, der aber erst in der Zukunft erfüllt wird.

Wie das Wort “Option” schon vermuten lässt, erhält man durch diese Derivate eine bestimmte Entscheidungsfreiheit, genauer gesagt ein “Recht”, wenn man die Option oder den Optionsschein kauft. 

Das Recht besteht darin, dass man eine festgelegte Menge, des zugrundeliegenden Basiswertes zu einem bestimmten Preis innerhalb einer bestimmten Laufzeit erwerben bzw. veräußern kann. (Call- [Kauf] und Put- [Verkauf] Optionen (Optionsscheine)

In der Regel entsteht durch die Nutzung des Derivats eine Hebelwirkung. Kauft man beispielsweise eine Option, bezieht sich das Kauf- bzw. Verkaufsrecht häufig auf 100 Aktien.

Optionen und Optionsscheine werden aufgrund ihrer Eigenschaften vor allem zur Spekulation und zur Absicherung (Hedging) verwendet.

Was sind Optionen?

Wir haben ja schon besprochen, dass Optionen Finanzderivate sind, die dem Käufer das Recht, aber nicht die Verpflichtung geben, ein zugrundeliegendes Wertpapier (wie Aktien) zu einem vorher festgelegten Preis innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu kaufen oder zu verkaufen. Es gibt zwei Arten von Optionen: Calls (Kaufoptionen) und Puts (Verkaufsoptionen). Bei einer Call-Option hat der Käufer der Option das Recht zu kaufen, bei einer Put-Option das Recht zu verkaufen. 

Eine entscheidende Eigenschaft einer Option liegt darin, dass du als Händler aber nicht nur die Position des Käufers einnehmen kannst, sondern auch als Verkäufer der Option auftreten kannst. Als Verkäufer der Option kassierst du eine Art Versicherungsprämie und gleichzeitig die Pflicht, das zugrundeliegende Wertpapier dann zu kaufen oder verkaufen.

Erwirbt beispielsweise der Käufer mithilfe einer Call-Option das Recht, 100 Apple  Aktien zum Kurs von 100 USD zu kaufen, bist du als Verkäufer bei Ausübung des Rechts in der Verpflichtung, dem Käufer der Option die 100 Apple Aktien zum vereinbarten Preis (100 USD) zu liefern.

Optionen werden an regulierten Optionsbörsen gehandelt, was dazu führt, dass du kein Ausfallrisiko des Emittenten zu befürchten hast und eine faire Preisstellung gewährleistet ist.

Optionen werden beispielsweise gern von institutionellen Anlegern zur Absicherung ihrer Aktienbestände verwendet. Längst ist aber das Optionsgeschäft auch bei den privaten Anlegern bekannt und beliebt geworden. Die Handelsmöglichkeiten sind zahlreich. 

In der Jens Rabe Academy haben wir uns im Optionsbereich vor allem auf den profitablen Verkauf von Aktien- und Futureoptionen spezialisiert. Falls du diese Fähigkeit ebenfalls erlernen oder vertiefen möchtest, kannst du »hier« kostenlos mit uns in Kontakt treten.

Eine Besonderheit der Optionen ist, dass man bei dem Verkauf einer Call-Option theoretisch ein unbegrenztes Verlustrisiko hat. Der Verkauf von Optionen birgt somit hohe Risiken, wenn man nicht weiß, was man tut, da man mehr Geld verlieren kann, als man auf dem Handelskonto hat. 

In der Praxis ist dieses Risiko zwar fast zu 100% ausschließbar, dennoch wollen wir es der Vollständigkeit halber hier nicht unerwähnt lassen. Eine ausreichende Wissensbasis ist unserer Erfahrung nach unbedingt erforderlich, um unnötige Risiken zu minimieren.

Was sind Optionsscheine?

Optionsscheine ähneln Optionen in vielerlei Hinsicht, unterscheiden sich aber doch in einigen Punkten entscheidend. 

Wie bereits besprochen, handelt es sich auch hier um ein Derivat. Optionsscheine werden aber nicht an regulierten Börsen gehandelt, sondern in der Regel von Banken ausgegeben und außerbörslich (over the counter) gehandelt. 

Vielleicht erkennst du hier schon ein erstes Risiko. Die ausgebende Bank des Produktes ist dein Partner bei dem Geschäft und garantiert dir, dass du im positiven Fall auch deinen Gewinn erhältst. Sollte die Bank in Zahlungsschwierigkeiten geraten, sind diese Gewinne potenziell in Gefahr.

Darüber hinaus sind Optionsscheine i.d.R. mit deutlich höheren Gebühren verbunden als Optionen, da die Banken bei der Kostengestaltung freie Hand haben und hier extra Geld verdienen.

Der wohl wichtigste Unterschied ist aber, dass du mit Optionsscheinen ausschließlich als Käufer auftreten kannst. Du hast also die Möglichkeit Call- und Put-Optionsscheine zu kaufen, nicht aber sie zu verkaufen.

Dies schränkt dich in der Gestaltung deiner Handelsstrategien deutlich ein. Genauer gesagt, fehlt dir eine komplette Seite des Geschäfts. Unserer Erfahrung nach ist aber gerade das Verkaufsgeschäft langfristig profitabel und somit für unseren Handel besonders interessant.

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:

OptionenOptionsscheine
Handelsplatzregulierte Börseover the Counter
Handelspartnerzufällige ParteiEmittent des Derivats
Gebührenstrukturgünstighäufig teurer
HandelsmöglichkeitenKäufer und Verkäufernur Käufer
Maximaler Verlustje nach Strategie theoretisch
unbegrenzt
eingesetztes Kapital
Die wichtigsten Unterschiede zwischen Optionen und Optionsscheinen

Fazit

Aufgrund der Unterschiede, welche wir uns gerade angeschaut haben, kannst du sicher schon erahnen, welche Produkte wir bevorzugen. 

Wann immer es möglich ist, nutzen wir Optionen zur Abwicklung unserer Handelsgeschäfte, da die Vorteile gegenüber von Optionsscheinen auf der Hand liegen.

Ich nutze in jeder möglichen Situation Optionen, vor allem, weil ich gerne als Verkäufer auftrete, was mit Optionsscheinen ja unmöglich ist. Darüber hinaus schätze ich die faire Preisgestaltung und die Sicherheit, die ich habe, wenn ich meine Geschäfte über eine regulierte Börse abwickle.

Ich möchte an dieser Stelle aber auch nochmal darauf hinweisen, welche Gefahren der Handel mit Optionen birgt. Zugegebenermaßen ist der Handel mit Derivaten generell nicht ungefährlich, wenn man sich nicht auskennt. Bei Optionsscheinen kann man aber “immerhin” nicht mehr verlieren als man einsetzt. 

Diesen einen Nachteil, welchen man bei Optionen hat, muss man mit fundierten Wissen und entsprechenden Risiko- und Moneymanagement entgegenwirken. Dann aber steht dem Börsenerfolg nichts mehr im Wege und du kannst die Vorteile von Optionen voll ausschöpfen.

Wenn du dabei Unterstützung möchtest, kannst du gern »hier« kostenlos zu uns Kontakt aufnehmen und wir besprechen, wie wir dir bei deinen individuellen Herausforderungen zur Seite stehen können.

Über den Autor:

Jens Rabe

Jens Rabe

Jens Rabe ist Gründer und Geschäftsführer der Rabe Unternehmensgruppe. Gemeinsam mit seinem Team hilft er Unternehmern, Selbstständigen und leitenden Angestellten zu einem regelmäßigen Einkommen an der Börse.
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Jens Rabe ist Gründer und Geschäftsführer der Rabe Unternehmensgruppe. Gemeinsam mit seinem Team hilft er Unternehmern, Selbstständigen und leitenden Angestellten zu einem regelmäßigen Einkommen an der Börse.
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